Von toten...und lebenden Pferden
Ein indianisches Sprichwort sagt: "Reite nie ein totes Pferd".
Die erste Reaktion ist natürlich: ganz klar, alles andere macht ja keinen Sinn!
Doch tun wir nicht immer wieder etwas anderes? Wir stellen uns zunächst einmal die Frage ob das Pferd wirklich tot ist - denn so sicher kann man sich oft nicht sein. Und wenn wir schon unsicher sind, ist es eine passende Gelegenheit, jemanden zu fragen, der sich mit so etwas auskennt, einen Experten also, der uns sagen kann, ob Pferde überhaupt sterben können und woran man erkennen kann, wann Pferde tatsächlich tot sind. Aber wie man weiß, sind ja auch Experten nicht immer zuverlässig; sollten wir nicht ein zunächst wenig abwarten, ob sich das Tier nicht doch wieder bewegt? Letztlich besteht noch die Möglichkeit, die Existenz toter Pferde grundsätzlich zu verneinen und immer dann die Augen zu schließen, wenn wir Gefahr laufen, ein totes Pferd zu sehen. Aber wie dem auch sei - eines oder besser einen brauchen wir in jedem Fall: einen Schuldigen, der die Verantwortung für das tote Pferd hat – auch dann, wenn es eigentlich noch lebt.
Passiert uns das ganze in einem Unternehmen, so ist es häufig noch komplizierter, gleichzeitig haben wir auch viel bessere Möglichkeiten, damit umzugehen. Wir brauchen in jedem Fall eine Projektgruppe, die darüber berät, unter welchen Umständen Pferde tot sein können und wie dann zu verfahren ist. Es ist einem Kriterienkatalog sowie eine Prozessdarstellung für das QM-Handbuch zu entwickeln! Dabei besteht immer die Möglichkeit, hausinterne Standards für den Tod von Pferden festzulegen - und wenn die nicht erreicht werden, ist das sowieso ein Problem für die Mitbewerber. Ultima Ratio ist die Entscheidung des Vorstandes oder der Geschäftsführung, dass es in diesem Unternehmen noch nie tote Pferde gegeben hat, ist derzeit auch keine gibt und dies selbstverständlich für alle Zeiten auch so bleiben wird.
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Meine Tätigkeit als Coach, Trainer und Berater besteht häufig darin, Menschen zu spiegeln, dass sie gerade dabei sind, sich auf diese Weise mit wichtigen Themen ihres Lebens bzw. ihrer beruflichen Tätigkeit zu beschäftigen - oder kurz: Pferde zu reiten, die schon lange tot sind.
Schuld, Handeln
Glaubenssatz, Verantwortung