8. Mai 2013
Maxvorstädter Roter Salon
„Kunst geht nicht nach Geld, aber ohne Geld ist Kunst schaffen schwer.“
Wie treffend dieser Satz die nachteilige wirtschaftliche und soziale Situation freischaffender Künstler beschreibt, zeigte sich im „Maxvorstädter Roten Salon“ des Ortsvereins Maxvorstadt der Münchner SPD am 8. Mai 2013.
Moderiert von Dr. Oskar Holl diskutierten Kurt Petz, bildender Künstler, Franka Hellmannsberger, VG Wort und Isabell Zacharias, SPD-Landtagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende des Landtagsausschusses für Hochschule, Forschung und Kultur im Bayerischen Landtag.
„Wie kommen freischaffende Künstler heute finanziell überhaupt über die Runden?“ Kurt Petz hat in einer Performance vor einigen Jahren schon bissig festgestellt, dass die eigentlichen Kunstmäzene die Künstler selbst sind. Ohne eine zusätzliche Absicherung, z.B. durch den Ehepartner, geht es in der Regel nicht.
Franka Hellmannsberger wies darauf hin, dass die Künstlersozialkasse (KSK) zwar die schlimmsten Notfälle verhindern könne, dass es aber Künstler und Künstlerinnen gibt, die sich sogar die KSK nicht leisten können. Ganz allgemein: Das Durchschnittsbruttoeinkommen freier Künstler liege bei 20.000 Euro pro Jahr.
Isabell Zacharias hob hervor, dass aus Sicht der SPD die Situation der freien Künstler in Bayern unbedingt verbessert werden müsse, z.B. durch eine Verstetigung der Förderprogramme. Außerdem müsse bereits an den Schulen viel mehr dafür getan werden, dass die Kinder künstlerische Betätigung als eine Bereicherung und nicht als Zwang erleben.
Nach einer kurzen, aber intensiven Diskussion mit dem Publikum schloss Oskar Holl die Veranstaltung mit dem Satz: „Aus der Sicht kunstinteressierter Menschen, aber auch der SPD, kann, ja muss man sagen: Kunst ist kein Teil einer planwirtschaftlichen Grundversorgung, sondern viel mehr: eine Grundlage unserer Gesellschaft. Wenn wir die nicht hegen und pflegen, wird das Reden vom Kulturstaat schnell fragwürdig.‟