Die Boschetsrieder Straße ist eine wichtige Verkehrsachse im Süden Münchens und führt durch die Stadtteile Sendling-Westpark, Obersendling und Thalkirchen. Sie erstreckt sich von der Plinganserstraße/Wolfratshauser Str. bis zur Autobahn A95 am Waldfriedhof.
Historisch entwickelte sich die Straße im Zuge der Industrialisierung des 20. Jahrhunderts, insbesondere durch die Ansiedlung der Siemenswerke, die lange Zeit das Bild des Stadtteils Obersendling prägten. Dementsprechend finden sich auch heute noch zahlreiche Industrie- und Verwaltungsgebäude entlang der Straße, die zum Teil unter Denkmalschutz stehen. In den letzten Jahren hat sich das Umfeld der Straße jedoch stark verändert: Alte Industrieflächen wurden umgenutzt, moderne Wohnquartiere, Bürogebäude und Bildungseinrichtungen entstanden, sodass sich die Boschetsrieder Straße zunehmend zu einem urbanen Mischgebiet entwickelt.
Verkehrstechnisch ist die Straße gut erschlossen. Neben dem Autoverkehr verläuft hier auch ein wichtiger Abschnitt der U-Bahnlinie U3, die mit mehreren Haltestellen - wie Obersendling, Aidenbachstraße oder Machtlfinger Straße - eine direkte Verbindung in die Innenstadt bietet.
Die Boschetsrieder Straße in München wurde 1901 nach der ehemaligen Hofmark Poschetsried, auch Boschetsried genannt, benannt. Der Name leitet sich von einer Rodung ab, die Anfang des 10. Jahrhunderts von einem Freibauern namens Barschalk durchgeführt wurde. Diese Rodung trug zunächst den Namen Barschalkensried, aus dem sich später Boschetsried entwickelte.
Die Hofmark Boschetsried lag im Bereich des heutigen Schlosses Fürstenried. Seit 1593 ist sie im Besitz der Familie von Hörwarth, die ab 1703 den dortigen Herrensitz erneuerte. Dieser wurde später von den Wittelsbachern übernommen und zum Schloss Fürstenried ausgebaut.
Der Straßenname erinnert somit an die frühmittelalterliche Rodung und die historische Hofmark, die maßgeblich zur Entwicklung des heutigen Stadtteils Fürstenried beigetragen haben.