Herzogstand – wandern mit Kindern
Drei Gipfel in einer Tour – dies bietet die Wanderung auf den Herzogstand. Auf der Suche nach eine kindergerechte Wanderung, am besten mit Panorama? Dann ist die Wanderung auf den Herzogstand eine tolle Möglichkeit, den Kindern die ersten Bergerfahrungen zu ermöglichen.
4 Stunden für drei Gipfel – inkl. ausreichenden Pausen
Natürlich ist jedes Kind eine eigene Persönlichkeit und die ersten quengeln schon beim Einsteigen ins Auto oder auf dem Weg zum Zug. Aber am Herzogstand sollte die Wanderung klappen, es gibt viele Möglichkeiten, die Wanderung anzupassen. Mit unseren Kindern, 6 und 10 Jahre alt, haben wir für die Tour knapp 4 Stunden gebraucht, inkl. 2 Stunden Pause und Mittagessen im Herzogstandhaus. Und ganz wichtig, einen langweiligen Forstweg sucht man hier vergeblich.
Herzogstand Seilbahn
Es gibt viele Möglichkeiten, auf den Herzogstand zu kommen, aber unsere Tour beginnt an der Talstation der Herzogstandbahn. Knapp eine Stunde von München entfernt liegt die Talstation am Westufer des Walchensees. Die Seilbahn wurde 1994 eröffnet und ersetzte den Sessellift, der bis dahin die Wanderer nach oben brachte. In knapp 5 Minuten hat man die ersten 800 Höhenmeter überwunden und kann bereits einen herrlichen Blick auf den Walchensee genießen.
Das Parken kostete 9 Euro und die Berg- und Talfahrt für eine Familie mit 2 Kindern 41 Euro. Die Bushaltestelle Herzogstandbahn befindet sich fast direkt an der Talstation. Stand: 2024

Herzogstand Wanderung
Los geht es! Wir gehen nicht den breiten Weg in Richtung Herzogstand, sondern biegen gleich rechts ab und gehen die Stufen hoch zum Fahrenbergkopf. Nach wenigen Minuten erreicht man den Gipfel und hat von der kleinen Kapelle einen noch schöneren Blick auf den Walchensee. Der 1. Gipfel ist geschafft und wer mag, kann seine Kinder und sich selbst mit einer Stärkung belohnen. Der Weg führt nun etwas bergab, bis an nach ein paar Minuten auf den anderen Weg stößt und auch schon bald das Herzogstandhaus erreicht hat.

Martinskopf – ruhiger Gipfel mit schönem Panorama

Nach 250 m zweigt der Weg nach links ab zum Martinskopf. Der Martinskopf ist mit seinen 1676 m ein lohnender Abstecher, denn hier geht es deutlich ruhiger zu als auf dem Weg zum Herzogstand. Ein paar Spitzkehren und schon ist man oben und hat ein wirklich schönes Panorama auf den Walchensee und den Herzogstand. Weiter sind wir den von Komoot vorgeschlagen Weg entlang des Grats gegangen. Allerdings ist dieser nicht wirklich ausgeschildert und nicht besonders ausgetreten, sodass ich hier eher den Zickzack-Weg zurück empfehlen würde.

Herzogstand 1731 m – auf König Ludwigs II. Spuren
Der Weg auf den Herzogstand ist kaum zu verfehlen, denn fast jeder wandert hier auf den Herzogstand oder wieder zurück. In fünf Kehren windet sich der Weg hinauf. Der Weg wurde angeblich von König Ludwig II. in Auftrag gegeben, der ihn mit dem Pferd bewältigen wollte. Deshalb geht es zwar stetig bergauf, aber nie zu steil und relativ leicht für Jung und Alt. Vom Gipfelkreuz, das nicht am höchsten Punkt aufgestellt wurde, hat man einen schönen Blick ins Alpenvorland und vom Pavillon, der am höchsten Punkt aufgestellt wurde, einen ähnlichen Panoramablick zusätzlich mit dem Blick in Richtung Heimgarten.
Vom Gipfel geht es dann relativ zügig die Serpentinen hinunter und an der Abzweigung zum Martinskopf vorbei bis zum Herzogstandhaus.
Kinderwagen oder Kraxe?
Für die Wanderung auf den Herzogstand wird eine Kraxe empfohlen. Der Weg bis zum Herzogstandhaus ist mit Kinderwagen möglich, danach wird der Weg deutlich unebener und ungeeignet für den Kinderwagen.

Herzogstandhaus
Eine Einkehrmöglichkeit mit klassischer Wirtshausküche bietet das Herzogstandhaus. Das geschichtsträchtige Haus geht auf ein Jagdhaus aus dem Jahr 1857 zurück. Damals vom Vater des Märchenkönigs, König Max II. erbaut, befindet es sich heute in Privatbesitz. Nach einem Brand 1990 wurde das Haus 1992 wieder aufgebaut.
Preise Herzogstandhaus
Die Preise liegen im heute üblichen Durchschnitt und sind für ein Berggasthaus durchaus akzeptabel, aber auch nicht billig. Direkt unten an der Talstation gibt es nur einen Kiosk und das fast schon berühmte Strandcafé Bucherer, das nur kleine herzhafte Speisen anbietet. Insofern ist man, wenn man keine Brotzeit dabei hat, auf das Herzogstandhaus angewiesen.
| Schweinebraten | 18,90 € |
| Kaspressknödel mit Salat | 16,90 € |
| Kaiserschmarrn | 15,90 € |
| Schweizer Wurstsalat | 13,90 |
| Fanta 0,3 l | 4,70 € |
| Spezi 0,5 l | 4,90 € |
| Holunderschorle 0,5 l | 5,30 € |
Vor dem Herzogstandhaus befindet sich eine große Terrasse und im Inneren eine geräumige Stube für kühlere Tage. Speisen und Getränke werden an der Theke ausgegeben, wo es zu Stoßzeiten zu Wartezeiten kommen kann.